Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

La Casa del Aire

158
2

Die häusliche Architektur nahm im 18. Jh. auf dem Land außergewöhnliche Dimensionen an, was das Aufleben der Landwirtschaft in unseren Dörfern widerspiegelt. Die Casa del Aire (zu Deutsch: Lufthaus) ist mit ihren zahlreichen Öffnungen nach außen, der großzügigen Raumaufteilung und den guten architektonischen Lösungen, mit denen Herrschaftlichkeit und ländlicher Stil kombiniert wurden, ein Beispiel für die Qualität, Flexibilität und Funktionalität dieser Barockarchitektur.

Durch die erst vor kurzem durchgeführten Restaurierungsarbeiten konnte das Gebäude wieder belebt werden. Dabei hat man die originalen Fensterläden und einen Teil der Böden, die im 19. und 20. Jh. hinzugefügt wurden, erhalten. Das Haus verfügte ursprünglich über einen Haupteingang in Richtung des Platzes. Dieser wurde aber ersetzt, um eine Art Loge oder Balkon mit Blick auf den Platz zu schaffen. Die Fassade der Straße Calle Veracruz passt sich dem Straßenverlauf an, wobei mit einer Reihe von Öffnungen eine außergewöhnliche Eleganz vermittelt wird, sodass das Haus ein Verbindungsglied zu der Kapelle de la Veracruz darstellt. Dadurch entsteht eins der harmonischsten städtebaulichen Ensembles des andalusischen Barocks.

Im Hauptinnenhof ist ein Fliesenpanel erhalten, das ein wundervolles Beispiel für den ästhetischen Geschmack in der Zeit der Iberoamerikanischen Ausstellung von Sevilla ist. Dabei hat man den traditionellen Costumbrismus mit der Sprache der internationalen Moderne gemischt. Signiert wurde es von Juan Miguel Sánchez und es ist das Datum 1927 angegeben.

Mit dem Restaurierungsprojekt begann man im Dezember 2000 und es endete im Oktober 2010. Es wurde zum Großteil im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchgeführt, um die Arbeitsplatzvermittlung arbeitsloser Jugendlicher in der Gemeinde zu fördern.

Heute befinden sich in dem Gebäude die städtische Schule für Musik und Tanz „Casa del Aire“, das Museum der Frau im Flamenco, der Flamenco-Kulturverein Pastora Pavón „Niña de los Peines“ und der mehrstimmige Chor „Tomás Luis de Victoria“.

0 kommentare

Neuer Kommentar

Die Kommentare werden geprüft. Es kann deshalb eine Weile dauern bis zu ihrem Erscheinen. Texte mit beleidigenden Formulierungen werden nicht veröffentlicht.