Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Iglesia de Santa María

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Diese Kirche aus dem XVIII. Jahrhundert wurde über einem alten Mudéjar-Tempel aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert errichtet, welcher durch das Erdbeben von Lissabon zerstört worden war. Das endgültige Projekt wurde unter anderem von José Álvarez ausgeführt, einem neoklassischen Architekten, dem das heutige Aussehen des Gebäudes zu verdanken ist. 

Es ist eine Hallenkirche mit drei Schiffen, die mit Gewölben bedeckt sind, einer Hauptkapelle mit Tonnengewölbe und Lünetten und einer Sakramentskapelle, die an das Schiff des Evangeliums angebaut ist. Die Vierung wird von einer Kuppel über Zwickeln bedeckt, die dem gesamten Komplex viel Helligkeit schenkt. Auf der linken Seite befinden sich mehrere angeschlossene Gebäudeteile, nämlich die Sakramentskapelle, ein Kreuzgang, der Taca-Raum, das Archiv und die Pfarrbibliothek. 

Im Innern stechen die vielen dekorativen Elemente, sowohl Skulpturen als auch Malereien, in Retabeln und an den Wänden hervor. Besonders erwähnenswert sind das Altarbild des Rokoko-Hochaltars, ein interessantes Tafelgemälde der Jungfrau von Antigua, das um 1575 entstand und Villegas Marmolejo zugeschrieben wird, das Chorgestühl, das anscheinend von Juan de Mesa und Andrés Díaz zwischen 1628 und 1632 angefertigt wurde, und schließlich zwei Altarbilder im rechten Kirchenschiff, die ein lebensgroßes Kruzifix aus dem XVI. Jahrhundert und eine Tafel mit San Lorenzo von Villegas y Marmolejo aus dem Jahr 1579 beherbergen.  

Diese Pfarrkirche besitzt auch eine bedeutende museale Sammlung sakraler Kunst, wie z.B. die Rokokokommode in der Sakristei, die vielen edlen Gewänder für den Gottesdienst, die bedeutende Sammlung von Chorbüchern und die zahlreichen Goldschmiedearbeiten. 

Neben dem Taca-Raum und dem linken Kirchenschiff befindet sich der Kirchhof, in dessen Galerien eine interessante Sammlung von prähistorischen, römischen und arabischen archäologischen Überresten ausgestellt ist. 

An einer Seite der Fassade steht der Turm. Er wurde eindeutig von der Giralda inspiriert, hat zwei viereckige Körper und einen zylindrischen Aufsatz und wurde renoviert, nachdem der Glockenstuhl bei dem bereits erwähnten Erdbeben 1755 beschädigt worden war. Das heutige Aussehen prägen alternierende Stürze und halbrunde Formen mit Verzierungen aus Kacheln und Ovalen. 

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