La provincia de Sevilla

Unsere Provinz

Leben und Landschaft in einer vielfältigen und sehenswerten Provinz

El Palmar de Troya

1907
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El Palmar de Troya, der „Wachposten“ am Guadalquivir.

Südöstlich von Sevilla und 15 km von Utrera entfernt liegt El Palmar de Troya inmitten der Cañada Real (traditionelle Viehtriebstrecke). Dieses Dorf war bis Oktober 2018 ein Vorort der Gemeinde Utrera und ist somit aktuell eines der jüngsten Dörfer der Provinz.

Historische Daten lassen darauf schließen, dass El Palmar de Troya bereits im römischen Zeitalter von Soldaten besiedelt war, die Siarum oder Searo hießen und von Cäsar in den Ruhestand geschickt worden waren. Sie lebten in einer unterirdischen Stadt in der Nähe der Cañada. Später im 13. Jahrhundert formte der Ort Teil der sogenannten „Banda Morisca“, ein Grenzstreifen, der das Königreich vor arabischen Angriffen schützte. Ein Überrest davon ist der Wachturm am Stausee Torre del Águila, der die Talebene des Guadalquivir überblickt und vermutlich schon vor den kriegerischen Konflikten zwischen Christen und Muslimen erbaut wurde.

Trotz der bewegten Geschichte entstand das heutige Dorf jedoch durch die Ansiedlung von Migranten und Saisonarbeitern, die auf dem Landgut Cortijo de Troya arbeiteten. Der Ort verdankt seinen Namen den zahlreichen Zwergpalmen, die in der nahen Umgebung des Landguts wuchsen. Es gab sogar eine Unterkunft für die Kinder der Arbeiter, damit sie hier zur Schule gehen konnten. Ein Teil der heutigen Einwohner stammt von den Gefangenen des Bürgerkriegs ab, die an dem Bau des Staudamms Torre del Águila beteiligt waren, der zur Bewässerung der Felder im Gemeindegebiet dienen sollte.

Die Bevölkerung ist hauptsächlich in der Landwirtschaft oder im Restaurant- und Verpflegungssektor tätig; hier gibt es viele Catering-Unternehmen, die sich auf Volksfeste spezialisiert haben. Sie sind sogar so zahlreich, dass die Wallfahrt zu Ehren der Schutzpatronin Nuestra Señora del Carmen im Mai und das ihr gewidmete Volksfest im Juli veranstaltet wird, weil die Unternehmen dazwischen auch in anderen Dörfern eingespannt sind 
El Palmar de Troya ist ein ruhiger Ort, der ideal für ländlichen Tourismus ist. Die Gemeinde ist sich des unschätzbaren Werts seiner natürlichen Umgebung bewusst und hat ihre alten Viehtriebstrecken restauriert und somit grüne Korridore geschaffen, die verschiedene Orte miteinander verbinden: den Stausee Torre del Águila, die Lagune von Zarracatín, die Wanderstrecke Vía Verde Utrera-El Palmar...

Kommen Sie und entdecken Sie El Palmar de Troya, ein Ort, an dem Sie entspannen und die Natur genießen können. 


Anfahrt

Wenn Sie mit dem Auto von Sevilla kommen, nehmen Sie die A-376 oder auch die A-4, die Sie zum Ziel führen.
Der nahgelegenste Zugbahnhof befindet sich in Utrera, der über die Nahverkehrslinie C1 mit dem Bahnhof Santa Justa in Sevilla verbunden ist. Wenn Sie lieber Bus fahren, nehmen Sie den Bus vom Bahnhof Prado de San Sebastián in Sevilla, der bis nach El Torbiscal fährt und nehmen Sie von dort ein Taxi.


Fortbewegung

Am besten lernen Sie El Palmar de Troya kennen, indem Sie durch die Ortschaft spazieren. Sie können auch Ihr Fahrrad mitbringen, um die umliegende Naturlandschaft zu erkunden. 


Gründe für einen Besuch

  • Ein Volksfest, das in El Palmar de Troya besonders intensiv gefeiert wird, ist der Karneval. Er findet immer am Wochenende vor dem regionalen Feiertag Día de Andalucía statt. Die Einwohner ziehen an diesen Tagen in selbstgebastelten Kostümen durch die Straßen.
  • Die Karwoche erreicht ihren Höhepunkt am Karsamstag, wenn die Laienbruderschaften Santísimo Cristo de la Buena Muerte und Nuestra Señora de los Dolores en su Soledad in Prozessionen durch die Straßen von El Palmar de Troya ziehen. Sie können die Heiligenfigur eines anonymen Künstlers aus dem 17. Jahrhundert bewundern, die seit 1981 von der Kirche Nuestra Señora del Carmen zur Prozession getragen wird und 2002 von Encarnación Hurtado restauriert wurde. Am Palmsonntag finden die Prozessionen der Laienbruderschaft La Borriquita und am Karfreitag die des Nazareno statt. 
  • Die Wallfahrt zu Ehren der Schutzpatronin Nuestra Señora del Carmen findet am letzten Samstag im Mai statt (obwohl das Datum von der Wallfahrt El Rocío abhängig ist). Erleben Sie diese Wallfahrt mit über 30 Karossen, die mit wahrer Inbrunst gelebt wird und die Wallfahrer bis zum Stausee Torre del Águila führt. 
  • Im Juli müssen Sie zum Volksfest kommen, das zu Ehren der Schutzpatronin Nuestra Señora del Carmen veranstaltet wird. Am 16. Juli findet eine Prozession der Heiligen Jungfrau statt, die von Frauen getragen wird, was eher ungewöhnlich ist.
  • Und wenn Sie hier schon mal in Sommer sind, sollten Sie im Gemeindeschwimmbad von El Palmar de Troya vorbeischauen, das in der Gegend hochgeschätzt wird. Erfrischen Sie sich im Sommer an diesem ruhigen und idyllischen Ort für jeden Geldbeutel und Geschmack, an dem die gesamte Familie auf ihre Kosten kommt.
  • Am letzten Wochenende im Oktober wird ein Mittelaltermarkt veranstaltet. Die Fußgängerpassage und der Plaza Concordia werden mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückversetzt und es werden von Hand gefertigte Produkte angeboten: Schmuck- und Lederwaren, Gläser, Seifen, Lebensmittel... Zudem gibt es Animation auf der Straße und weitere Veranstaltungen, die das Dorf in Farbe, Musik und Frohsinn tauchen. 
  • Liebhaber von Natur und Sport an der frischen Luft sollten sich die Wanderwege in der Umgebung ansehen: der Weg zur Lagune Zarracatín, zum Stausee Torre del Águila, der Wanderweg Vía Verde Utrera-El Palmar oder der Triftweg Vía Pecuaria de Villamartín. 
  • Und selbstverständlich sollten Sie auch die typischen Gerichte des ländlichen Sevilla kosten, die vornehmlich mit frischem Gemüse und Olivenöl zubereitet werden. 


Sehenswertes 

Der historische Stadtkern formt sich um den Plaza Concordia, in dessen Nähe die Pfarrkirche Nuestra Señora del Carmen (in der alle Heiligenfiguren der Prozessionen aufbewahrt werden), die öffentliche Bibliothek und das Schulgebäude liegen. Über die Calle Gladiolos und Calle Geranio gelangen Sie zum Rathausgebäude. Es ist eine hübsche Strecke, auf der Sie den eigentümlichen Charakter der Ortschaft und ihren wahren Reichtum kennenlernen: die umliegende Naturlandschaft.

Das am Stadtrand gelegene Landgut Cortijo de Troya bewahrt einen arabischen Turm, der auf einem Hügel östlich von El Palmar de Troya steht und sich heute in Privatbesitz befindet. Er war einer der Aussichtstürme, die zur Überwachung und Verteidigung der sogenannten Banda Morisca, der Grenze zum Nasridenreich von Granada, dienten. Auch die Türme Torre del Bollo (ebenfalls auf einem Privatgrundstück und visuell mit dem Torre de Lopera und der Festung Aguzaderas vernetzt) und Torre del Águila am Stausee waren vermutlich Teil dieses Grenzstreifens. 

Wenn Sie gerne Fahrrad fahren, sollten Sie die Strecke Vía Verde Utrera-El Palmar oder den Triftweg Vía Pecuaria de Villamartín erkunden, die zur Lagune Zarracatín führen, wo viele Zugvögel, wie Flamingos und Entenvögel beheimatet sind. Sie ist die größte Lagune des Naturreservats Endorheisches Gebiet von Utrera und zugleich eine der großflächigsten Salzwasserlagunen Andalusiens.

Wenn Sie gerne angeln und sich in der Natur aufhalten, sollten Sie den Stausee Torre del Águila besuchen, neben dem der gleichnamige Wachturm steht. 


Einen Besuch wert

  1. Pfarrkirche Nuestra Señora del Carmen
  2. Lagune von Zarracatín
  3. Torre del Águila – Stausee Torre del Águila


Umgebung

El Palmar de Troya liegt 46 km südwestlich von Sevilla entfernt im Gemeindebezirk La Campiña. Die Gemeindefläche von 25 Hektar ist von den Bächen Salado de Morón und Pájaras begrenzt und verläuft links der Landstraße A-364 Écija-Jerez de la Frontera. Sie liegt 15 km von Utrera entfernt, genau dort, wo die Landschaft der Campiña mit dem Marschland verschmilzt.

Region
La Campiña
Fläche
33.16 Km²
Höhe
117.00 m
Einwohnerzahl
2.395
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