Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Die paläochristliche Basilika

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Die Basilika gehört zu einer Halbinselgruppe, die als typisch Palol an der Mittelmeerküste einschließlich der Balearen eingestuft wird. In Syrien ist die Kultur weit verbreitet und auch in Nordafrika kommt sie häufig vor. Die Gesamtanlage lässt sich in drei Bauphasen gliedern. Im ersten Bauabschnitt wurde die Basilika errichtet, im zweiten Abschnitt das Baptisterium mit einem Taufbecken in Form eines griechischen Kreuzes und in der dritten Phase wurde das Taufbecken kreisförmig gestaltet. Die Arme des Kreuzes sind hier nur noch durch aus dem Boden ragende Ausbuchtungen angedeutet. 

Die Gestaltung des Gebäudes erscheint einheitlich - die Basilika und ein dreiteiliger oberer Bereich, der nach außen durch eine einzige gerade Wand abgeschlossen wird. Die einzelnen Kirchenschiffe sind durch Säulen getrennt. Der Altar vor der Apsis ist von Pforten umgeben und das Chorgestühl befindet sich in der Apsis.  

Die Basilika von Gerena wurde außerdem als Nekropole genutzt. Die meisten Grabstätten befanden sich im Hauptschiff.

Die bei den Ausgrabungen vorgefundene Struktur weist einen rechteckigen, von Ost nach West ausgerichteten Grundriss mit drei Kirchenschiffen und einem flachen dreiteiligen Abschluss auf. Die Kirche besitzt eine zentral gelegene Apsis und zwei seitliche. Das Baptisterium mit dem Taufbecken in der Mitte befindet sich im unteren Kirchenbereich. 

Die Grundfläche ist 24,30 Meter lang - einschließlich des Baptisteriums - und 9,30 Meter breit. Die Länge der Basilika ohne das Baptisterium beträgt 18,40 Meter.

Von der ursprünglichen Kirche sind nur noch die perfekt ineinandergreifenden Fundamente erhalten. Sie wurden auf einem Kalksteinsockel errichtet, der aufgrund der Neigung des Geländes in Nord-Süd-Richtung nivelliert wurde.

Bei der Baustruktur sind zwei Ausführungen zu erkennen. Die Außenseiten wurden mit zerkleinerten Ziegeln, Ziegelstücken und einigen Steinen gebaut. Im Innenraum dominiert Mauerwerk mit spärlichen Einschlüssen von Ziegeln und Ziegelstücken in Verbindung mit Mörtel wie an den Außenwänden. Der grundlegende Kalksteinsockel wurde in Nord-Süd-Richtung nivelliert.

Die gleichmäßig starken Mauern betragen in der Breite zwischen 0,76 und 0,80 Meter mit Ausnahme des Kopfteils, das zwischen 90 cm und einem Meter misst.

Das Kirchengebäude besitzt einen sehr regelmäßigen Grundriss, der entlang der Längsachse symmetrisch aufgebaut ist. Die Apsis misst 2,50 Meter mal 3,40 Meter und die Pastophorien sind innen 1,50 Meter breit und 2,70 Meter lang. Das Mittelschiff wird im Westen von einer Querwand unterbrochen, die zu den Füßen einen kleinen rechteckigen, etwa 3,30 m x 1,54 m großen Raum bildet. 

In den Fundamenten, die das nördliche Kirchenschiff vom Mittelschiff trennen, befindet sich ein kleines rundes Loch, das dem Sockel einer Säule entsprechen könnte. Es hat einen Durchmesser von etwa 0,60 m und einem Abstand von 2,20 m zur Querwand des Kopfteiles. 

Die Seitenschiffe sind 1,50 Meter breit und 16,70 Meter lang. Am unteren Ende des nördlichen Seitenschiffs befindet sich eine 0,70 m lange und 0,23 m hohe Platte aus paralepipedischem Granit, die mit einer möglichen Tür in Verbindung gebracht wird. Diese Hypothese wird durch die Abnutzungserscheinungen durch stetiges Betreten gestützt sowie durch ein kleines Loch - möglicherweise der Sitz eines Scharniers - und ein weiteres rechteckiges Loch – in den der Rahmen angepasst worden sein könnte. 

Vom Bodenbelag ist kaum mehr etwas vorhanden, lediglich eine kleine Fläche vom „Opus signinum“ (Cocciopesto). Das Taufbecken misst unten 5,90 x 9,30 m. Es wurde wahrscheinlich an die Kirche angebaut, da keine Verbindung zum Boden erkennbar ist. Die Grundfläche misst in der Breite zwischen 0,80 und 0,90 Meter. An der Südseite steht ein Sockel, der auf der gleichen Achse wie die Mauer der Basilika liegt. Auch hier war der Bodenbelag vermutlich „Opus signinum“.

Auf der Achse der Basilika steht das Taufbecken. Die Ostseite der Einfassung ist durch einen Kalksteinblock mit Mörtelspuren von der Basilika getrennt. Auf dem Boden lässt sich eine parallel zur Mauer der Basilika verlaufende Unterbrechung erkennen. Sie könnte auf das Vorhandensein einer weiteren Mauer oder auf eine höhere Konstruktion hinweisen, die einen schmalen Gang zwischen der Basilika und dem Baptisterium frei ließ. Vielleicht um einen Zugang von dieser Seite zu ermöglichen und den Durchgang durch die Taufhalle zu vermeiden.

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