Pinares de Doñana

Naturräume

Mehr als dreihundert Landschaften und Naturschutzgebiete

Der Gebirgszug Sierra de Becerrero

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Das Felsmassiv der Sierra de Becerrero, auch als Sierra de Estepa bekannt, wurde zum Serrano-Komplex von Umweltinteresse erklärt. Das Massiv erhebt sich zwischen den Ortschaften Estepa, Gilena, Pedrera und Lora de Estepa und erscheint als scharfe Anhöhe in einer eher flachen Umgebung. 
 
Der Südteil der Gemeinde Estepa weist ein gebirgiges Gelände mit den ersten Ausläufer des subbetischen Gebirgszuges auf. Er zieht sich durch den Süden der Provinz Sevilla und den nördlichen Teil der Nachbarprovinzen Malaga und Cádiz. In diesem Gebiet der Gemeinde Estepa besitzen die Hügel eine moderat Höhe zwischen 400 und 845 m. Die höchste Stelle ist der Becerrero-Gipfel. 
 
Die Gebirgskette besteht hauptsächlich aus Karbonaten und der dort gefundene Kalkstein ist von großer Reinheit. Seit jeher ist dieser Aspekt für seine Vermarktung besonders wichtig. Durch die Untergrundbeschaffenheit des Gebirges gibt es hier bedeutende Vorkommen an Karstgrundwasser. Das Wasser wird für die städtische Versorgung und die Bewässerung der Olivenbäume, der wichtigsten Anbaupflanze der Region, genutzt. Das Gebirgswasser entstammt einigen tiefer liegenden Quellen, als deren bekannteste die in Roya gilt. Sie speiste einen ländlichen Brunnen und eine Viehtränke und war aufgrund ihrer Nähe zum Stadtzentrum und zur königlichen Schlucht von Ronda nach Ecija sehr wichtig.  
 
In der Sierra de Becerrero überwiegen Weideflächen, Olivenbäume und Pinienwälder, abgesehen von einigen kleinen Gebieten mit Steineichen und wilden Olivenbäumen. Das gesamte Waldgebiet dient vielen Vogelarten als Zuflucht. Das Gebirge wird hauptsächlich forstwirtschaftlich und zu Jagdzwecken genutzt. Es finden sich hier Aleppo-Kiefern und auch Bergbau, in dem sowohl Gips als auch Steine abgebaut werden. Der berühmte Estepa-Kalkstein wurde für historische Gebäude, darunter die Kathedrale von Cádiz und die alte Tabakfabrik in Sevilla verwendet. 

Am Fuße der Sierra de Becerrero, in der Gemeinde Gilena, befindet sich eine Wasserstelle, aus der die berühmte Ojo-Quelle entspringt. Ihr Wasser wurde zum Tränken der Pferde, die auf der königlichen Straße von Granada unterwegs waren und von mehreren Getreidemühlen genutzt. 
 
Die Gemeinde Lora de Estepa ist ziemlich flach gelegen, obwohl einige Bereiche moderate Erhebungen zeigen, darunter die Sierra de Becerrero und die Hügel von Hacho und Hachillo. Zum Stadtbezirk von Lora de Estepa gehört die kleine Gegend von La Sierra de Becerrero. Hier finden sich die landschaftlich sehr bedeutenden Hügel von Guinchón und Piedra del Águila. Die Bergregionen sind von großem Interesse für die Gemeinde, da sich die natürliche Vegetation der Gegend auf die steilen Hänge der Hügel beschränkt. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist dort nicht möglich.  
 
Der Südhang der Sierra de Becerrero gehört zum Gemeindegebiet von Pedrera. Dort erscheint er als steile Erhebung im Norden der Gemeinde. Der Ojo-Gipfel zeichnet sich durch seine besondere Höhe aus. Die Sierra de Becerrero ist für Pedrera besonders wichtig, da sich hier die einzigen noch vorhandenen Relikte heimischer Pflanzen in der Gemeinde mit Stellen voller Aleppo-Kiefern und mediterranem Wald befinden. Sie gilt ferner als die landschaftlich wertvollste Gegend der Gemeinde. Die relative Abgeschiedenheit des Gebirgszuges innerhalb der Landschaft Sevillas, etwas abgelegen von der übrigen subbetischen Gebirgsformation, in Verbindung mit der Fülle an Wasser aus dem Untergrund ließen diese Region zu einem der ersten Siedlungsgebiete werden.
 
Freie Zufahrt. Die Landstraße A-353 zwischen Gilena und Estepa führt durch den Westen des Gebirgszuges in der Gemeinde Gilena.

Region
Kategorie
Erholungsgebiet
Ausdehnung
3200.00 Ha
Pflanzenwelt

Bezüglich der Pflanzenwelt wachsen hier unter anderem Katzenkrallen, Tagblumen, bocksdornartiger Kreuzdorn, Lavendel, etc. 

Tierwelt

Was die Tiere betrifft, so lassen sich in dieser Umgebung u.a. Rothühner, Gänsegeier, Turmfalken und Uhus beobachten.

In den Kiefernwäldern ist der Fichtenkreuzschnabel beheimatet. Dieser ist eine der wenigen Orte der Provinz, an dem die Art vorkommt. Hier leben auch Steinschmätzer, Grasmücke, Turmfalke, Mäusebussard, Wiesenweihe, Grünspecht, Haubenmeise, Heidelerche, Sommergoldhähnchen, Zaunammer.

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