Romería

Kultur

Kunst, Gefühl und Tradition

Wettbewerb der Saetas

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Der Wettbewerb der Saetas findet in Marchena, einem Ort, in dem diese Art des Gesangs ein bedeutender Teil der Geschichte und der Traditionen ist, kurz nach Frühlingsbeginn statt. 

Im Frühling wird der Flamenco mithilfe der Saetas vermittelt. Die Saetas werden traditionsgemäß nur in diesen Tagen gesungen und als Stilrichtung werden sie von Flamencosängern aber auch von anderen Musikern gesungen, die sonst nicht nur mit Flamenco arbeiten. 

Vom Flamenco ausgehend ist die Saeta ein Gesangsstück aus Strophen mit vier oder fünf achtsilbigen Versen. Entstanden sind sie aus volkstümlichen Liedern mit demselben Namen, die zu Beginn des 20. Jh. Eigenschaften des Flamencos übernahmen. Sie werden hauptsächlich in den Flamencoformen der Siguiriyas, Martinetes, Soleares und Carceleras gesungen. Wahrscheinlich liegt der Ursprung der Saetas in den vierzeiligen Strophen, die im 16. und 17. Jh. von den Franziskanern gesungen oder aufgesagt wurde. Mitte des 19. Jh. entstand dann die ursprüngliche Saeta, die jetzt nicht mehr von dem Büßer oder festgelegten Ordensbruder gesungen wurde, sondern vom breiten Volk, spontan vom Haus oder Balkon aus, in den Straßen oder der Kirche. Anfang des 20. Jh. entstand dann die Flamenco-Saeta in der Gegend von Jerez und Sevilla.

Die Bedeutung dieses Gesangs für Marchena erkennt man auch darin, dass in diesem Ort eine Saeta-Schule vorhanden ist, die von der Bruderschaft Hermandad de la Humildad gegründet wurde und unter ihrer Schirmherrschaft steht. 

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