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Cervantes in Sevilla und der Provinz

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Den Spuren von Cervantes in der Provinz zu folgen ist eine gute Gelegenheit, um das kulturelle Erbe der sevillanischen Dörfer zu entdecken, die Cervantes als Finanzbeamter des Königs besuchte. Ein wahrer Schatz, den er in mehreren seiner Schriften verewigt hat. 

Diese touristische Route zum Leben und Werk von Miguel de Cervantes haucht seiner Person in der Provinz Sevilla neues Leben ein. Die „Ruta Cervantina“ ist eine Strecke, die einschließlich der Stadt Sevilla durch elf Gemeinden führt, die in vielen Fällen Bauwerke und gastronomische Traditionen aus dem 16. Jahrhundert konservieren. 

Nach mehreren Monaten Aufenthalt in Sevilla nahm er im September 1587 die Aufgabe in Angriff, die Dörfer der Campiña zu bereisen, um im Namen der Spanischen Krone Weizen und Öl von den Landwirten zu beschlagnahmen. 

Aufgrund der Anhäufung von Schulden und anderen komplexen Angelegenheiten, in die Cervantes verwickelt war, wurde er 1597 in das Königliche Gefängnis von Sevilla gesperrt. Es bestehen Vermutungen, dass er bereits hier seinen berühmten Roman Don Quijote begann. 

In der Novellensammlung Novelas Ejemplares beschrieb er viele Orte Sevillas; er erwähnte die weißen Kringel von Utrera, machte ironische Bemerkungen über die Universität von Osuna und spielte in El Quijote mit einer Formel auf Marchena an und lobte die Rebhühner von Morón.

Über vier Jahrhunderte nach seinem Tod im Jahr 1616 kann man die Anwesenheit von Cervantes in der Provinz noch immer spüren. Viele religiöse und zivilbehördliche Gebäude aus dem 16. Jahrhundert sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben, ebenso wie die eng mit seinem Beruf verknüpften Weizenfelder und Olivenhaine, deren Produkte ein wichtiger Bestandteil der Volkskultur und der regionalen Küche sind. Ihr Geschmack birgt eine alltägliche Sensibilität, die seinerzeit den Schöpfergeist von Miguel de Cervantes nährte und die in seinem Werk weiterlebt, ebenso wie die Kultur der Dörfer, die wir im Rahmen dieser Route besuchen werden.

Während seines Aufenthalts in Sevilla lernte Cervantes die zwei Seiten der Stadt kennen: die kosmopolitische und glorreiche Handelsstadt und das Elend der zwielichtigsten Milieus. Orte wie der Schlachthof in der Nähe der Puerta de la Carne, die Umgebung des Klosters Santa Paula, die Stufen vor der Kathedrale, die Stadtviertel Arenal und Triana, oder der Plaza del Pan wurden von dem Schriftsteller in El coloquio de los perros (Zwiegespräch der Hunde), La española inglesa (Die englische Spanierin) und vor allem im Schelmenroman Rinconete y Cortadillo beschrieben, der auf geniale Weise die Schlawiner und Verbrecher der sevillanischen Unterwelt portraitiert. 

Bei seiner Ankunft in Carmona präsentierte sich der damals 43-jährige Cervantes vor dem Stadtrat mit einer eigenhändig verfassten handschriftlichen Bittstellung, in der er sein Amt als Öl-Eintreiber mit „im Dienst Eurer Majestät“ bekanntgab und beantragte, dass man ihm die wichtigsten Ölhersteller nenne, um eine gerechte Verteilung zu vereinbaren und Unstimmigkeiten zu vermeiden. 

Morón de la Frontera war eines der Dörfer, dass Cervantes im Februar 1593 besuchte, um Weizen für die Versorgung der spanischen Seeflotte zu beschlagnahmen. Er erschien in der Gemeinde in einem seines Amtes würdigen Aufzug, mit einem Amtsstab und in Begleitung seines Bäckermeisters, der die Qualität des beschlagnahmten Getreides begutachtete. 

Es ist auch bekannt, dass Miguel de Cervantes zwischen 1592 und 1593 die Ortschaft Arahal besuchte. In diesem Dorf, holte der Maultiertreiber Juan de Balbuena Weizen und Gerste für die Versorgung der Schiffsmannschaften ab und machte dafür von einer Ermächtigung Gebrauch, die ihm Cervantes in Utrera erteilt hatte.

In den Jahren 1588 und 1593 kommt Miguel de Cervantes in der Gemeinde Paradas vorbei. Von seinem ersten Besuch zeugt ein handgeschriebener Brief, der im Archivo General de Simancas aufbewahrt wird, in dem die Menge Geld angegeben ist, die Miguel de Cervantes erhielt und aufwendete, um das im Jahr 1588 beschlagnahmte Öl von Écija und Paradas zu befördern. Der zweite Aufenthalt wurde erst kürzlich durch den Fund eines Dokuments belegt, laut dem er 1593 die Gemeinde besuchte, mit einem Amtsstab begleitet und in Begleitung seines Helfers, dem Bäckermeister Juan Sáenz de la Torre aus Sevilla. 

Dokumenten zufolge war Miguel de Cervantes vier Mal in Marchena zu Besuch, wo er im Auftrag des Königs Weizen und Öl beschlagnahmte. Im Befehl des Hauptlieferanten der königlichen Seeflotte Antonio de Guevara wird Marchena 1588 als einer der wichtigsten Orte erklärt, um die königlichen Streitkräfte in Sevilla mit Öl zu versorgen.  

Die Entdeckung von vier Dokumenten im Archivo de Indias de Sevilla und dem Stadtarchiv von La Puebla de Cazalla belegen den Aufenthalt von Cervantes in besagter Ortschaft im Jahr 1593. Der erste Fund im Stadtarchiv ist ein vom Stadtrat und Cervantes unterzeichneter Vertrag, der ihn in seiner Funktion als königlicher Steuereintreiber dazu ermächtigte, Weizen und Gerste zur Versorgung der Armee und der Seeflotte zu beschlagnahmen. 

Es hat den Anschein, dass die Stadt Osuna keinen besonders guten Eindruck bei Cervantes hinterlassen hat, da er sie in Don Quijote an mehreren Stellen erwähnt und dabei die akademische Seriosität ihrer Universität infragestellt. Die Studierten von Osuna sind die verrufenen Gestalten des dementen Sevillaners im Krankenhaus Hospital de los Inocentes oder der Arzt Pedro Recio, der Sancho gegenüber alles andere als großzügig war, als dieser Gouverneur von Bataria war. Es existiert sogar ein Sprichwort („En Osuna y Orihuela todo cuela”), das diese satirische Vision bestätigt und dem Schriftsteller zugeschrieben wird.  Cervantes besuchte Osuna, als die Stadt unter dem Herzog von Osuna Juan Téllez Girón eine Blütezeit erlebte.

Am 15. Oktober 1591 besuchte Miguel de Cervantes Saavedra Estepa, so wie es in der Akte des Stadtarchivs vermerkt ist, in der seine Unterschrift erscheint. Der Schriftsteller stellte sich vor, um seine Aufgabe der Beschlagnahmung von Weizen und Gerste zwecks Versorgung der königlichen Seeflotte zu erfüllen.

Nachdem ihm das Amt des Königlichen Kommissionsmitglieds verliehen wurde, begann er 1587 seine berufliche Reise über die Dörfer von Sevilla und Córdoba. Écija war ein seitdem ein besonders wichtiger Ort im Leben des Schriftstellers, da er hier nicht nur seine Arbeit verübte, sondern seinen Wohnsitz einrichtete und den Ort als Zentrum seiner Operationen nutzte, von dem er zu anderen Ortschaften in Sevilla und Córdoba auszog. 

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