Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Die Pfarrkirche San Cristóbal Mártir

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Von der Landstraße nach Sevilla führt die zentral gelegene Calle Real auf eine Anhöhe, an deren höchster Stelle die Pfarrkirche San Cristóbal Mártir im Mudéjar-Stil mit barockem Glockengiebel steht und das Gemeindegebiet überragt. In der Kirche San Cristóbal Mártir befindet sich der Schutzpatron der Gemeinde, San Cristóbal Mártir. Er gehört ebenso der Bruderschaft Nuestra Señora del Rosario Coronada wie die Schutzpatronin der Gemeinde, die Virgen de los Dolores, die in der Karfreitagsprozession durch die Straßen getragen wird. Auch der Cristo del Voto wird auf Prozessionen mitgeführt. Neben den Heiligenfiguren im Innenraum besitzt die Kirche noch einige Gemälde und mehr als hundert Jahre alte Gold- und Silberarbeiten. 

Die Kirche des Heiligen Cristóbal Mártir gilt als Beispiel für die „kastilische christliche Kultur“. Wahrscheinlich entstand sie im 15. und 16. Jahrhundert im Mudéjar-Stil. Darauf deutet der Umstand hin, dass ihr Triumphbogen einen Spitzbogen aufweist. Im Barock wurde der Bogen kreisförmig umgebaut - so wie man ihn heute sieht. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, um 1775, von den berühmten sevillanischen Architekten Ambrosio de Figueroa und seinem Bruder Antonio Matías erweitert.  Beide waren an praktisch allen Gebäuden in Sevilla und der Provinz beteiligt - am San-Telmo-Palast, am La-Cartuja-Kloster und an der Kathedrale von Sevilla - um nur die wichtigsten zu nennen. Im 20. Jahrhundert wurde das Evangelienschiff in verschiedene Räume unterteilt. 

Ein wichtiges Merkmal der Pfarrkirche von Burguillos ist der barocke Glockengiebel. Die Kirche besitzt keinen eigentlichen Turm, sondern eine Glockenmauer, zu der man über einige am Fuß des Evangelienschiffs befindliche Treppenabschnitte gelangt. Das legt die Vermutung nahe, dass ein Turm geplant war, aber letztlich nicht umgesetzt wurde. Ein weiterer interessanter Aspekt sind die kleinen Türen seitlich vom Hauptaltar. Sie belegen, dass es seinerzeit einen Raum hinter der Sakristei gab. 

Der Innenraum der Kirche ist mit einer Kassettendecke ausgestaltet. Auffällig sind einige Gemälde und Goldarbeiten, hauptsächlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Weitere Werke stammen jedoch aus dem 17. Jahrhundert und aus heutiger Zeit. 

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