Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Die Pfarrkirche Nuestra Señora de Belén

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Die an der Plaza de España gelegene Pfarrkirche Nuestra Señora de Belén (Unsere Liebe Frau von Bethlehem) ist ein spätes Mudéjar-Gebäude (16. Jh.), das auf den Fundamenten eines früheren Bauwerks errichtet und in der Renaissance (17. Jh.) renoviert wurde. 

Der Innenraum besteht aus drei Kirchenschiffen, die durch dorische, Rundbögen tragende Säulen voneinander getrennt sind und dem Querschiff die Form eines lateinischen Kreuzes verleihen. Das Mittelschiff wurde mit einer glatten Trogdecke und die beiden Seitenschiffe mit Holzschürzen versehen. Im 20. Jahrhundert wurde das Dach komplett durch Balken und eine Holzplanke ersetzt.  

Besonders schön ist der prächtige Hochaltar im Rokokostil mit dem Bildnis der Muttergottes von Bethlehem im Mittelpunkt. Es handelt sich um ein anonymes Werk aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert, das sich in der Hauptnische befindet. Die Schnitzarbeit wurde von Francisco Berlanga de Ávila restauriert, nachdem sie beim Brand des Hochaltars im Jahr 1990 beschädigt worden war.

Am Altar sind auch die mit barocken Anklängen versehenen Bildnisse der Heiligen Joachim, Josef, Anna und Theresa de Jesús zu sehen. Den Abschluss des Altars bildet ganz oben eine Darstellung des Vaters der Ewigkeit.

Hinsichtlich der Gemälde gilt als besonders herausragend „Die Himmelfahrt Christi“ aus dem Jahr 1725, ein Werk des großen Sevillanischen Malers Domingo Martínez. Das Bild ist 1,75 Meter hoch und 1,38 Meter breit und zeichnet sich durch die kräftige Farbgebung des Künstlers sowie durch seinen eleganten, idealisierten und etwas neo-manieristischen Stil aus. 

In der im Jahr 1696 entstandenen Taufkapelle dagegen befindet sich ein bemerkenswertes Gemälde der Jungfrau von Bethlehem aus dem Jahr 1702. Es stammt aus dem Umfeld von Domingo Martínez. Erwähnenswert sind auch ein sehr schönes Gemälde mit der Darstellung des Begräbnisses der Heiligen Katharina, das dem Kreis um Zurbaran (17. Jh.) zugeschrieben wird und ein Wandgemälde mit der Jungfrau von Guadalupe (1716) des Mexikaners Antonio Torre. Der schöne Turm der Pfarrei aus dem Jahr 1720, der zuletzt 2006 restauriert wurde, erhebt sich über die gesamten Plaza de España.

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