Santiponce Itálica

Das Kulturerbe

Ein riesiges Vermächtnis, das es zu entdecken gilt

Der Brunnen Las Pilitas

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Der Brunnen stammt aus der islamischen Zeit und wurde zum Gießen der Felder der Umgebung genutzt und als Tränke für das Vieh. Er ist einer der wenigen Reste aus der muslimischen Zeit in Alanís und ein Bau, der typisch war für ländliche Gegenden, in denen solche Brunnen in Weilern genutzt wurden.

Wahrscheinlich war Alanís in der muslimischen Zeit eine Art Landgut. Es gab hier damals keine Stadt oder Dorf, sondern die Gegend wurde vielmehr landwirtschaftlich genutzt und für militärische Beobachtungen. Der Brunnen ist ein gutes Beispiel für das Erbe, das als Umwelterbe bezeichnet wird, denn er ist sowohl ein Werk der Natur (Quelle) als auch des Menschen (Bauwerk), dadurch handelt es sich um eine Kombination aus Naturerbe und Kulturerbe: das Umwelterbe.

Es gibt eine Legende zu diesem Ort, die sowohl materielle als auch immaterielle Kulturerbe-Elemente besitzt, denn diese Legende ist nicht nur wertvoll, da sie mit dem materiellen Zeugen der islamischen Kultur in Alanís im Zusammenhang steht, sondern auch da aus dieser Legende eine Volkslegende „der Zauber der Pilitas“ hervorgegangen ist, die das immaterielle Element darstellt.

Die Legende erzählt die Geschichte der jungen Muslimin Ascia, Tochter eines Mauren, der gezwungen war, sich zum Christentum zu bekehren. Ascia nimmt jedoch den christlichen Glauben ehrlich an und wird auf den Namen Ana Maria getauft. Außerdem verliebt sie sich in einen Christen, den Sohn des Burgvogts. Der Vater der jungen Frau will ihr die christlichen Ideen austreiben und sie mit einem Afrikaner verheiraten, der nach Alanís kommt, um sie abzuholen. Ascia entscheidet sich deswegen, sich mit ihrem christlichen Geliebten in der Johannisnacht an dem Brunnen Las Pilitas zu treffen, um ihm die schlimme Nachricht zu überbringen. Der Afrikaner überrascht sie am Brunnen und erschießt den Christen und Ascia ergreift die Flucht und stolpert und stürzt in das Wasser. Ihr Körper wurde nie gefunden. Die Legende sagt, dass Ascia seitdem jedes Jahr in der Johannisnacht weinend an dem Brunnen erscheint.

Die Legende wird von einer Theatergruppe in der Kapelle San Juan am 24. Juni nachgespielt.

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